Aufführungen

Das Parfüm der Bonafini
Prolog:
Objekt der Begierde und des Verlangens
– Das Parfüm –
es hat seinen Platz in den Herzen der Frauen und betört die Männerwelt
– früher so wie heute!
Wir schreiben das Jahr 1766. Der Herzog wird wieder einen seiner Bälle geben,
Künstler aus ganz Europa werden anwesend sein und man wird wieder zu recht sagen:
Der glanzvollste Hof Europas!

Handlung:
Erster Aufzug im „Bodoire der Bonafini“ nach Musik von Joseph Haydn.

Zwei Zofen machen die Bonafini für den nächtlichen Besuch des Herzogs zurecht.

Unerwartet schneit die Sängerin Luigia Peruzzi herein und präsentiert ihr neuestes
Pariser Parfum.
Umwerfend – die Bonafini möchten es haben, die Peruzzi jedoch rückt es nicht heraus – zwischen den Damen entbrennt ein Streit.
Der Herzog tritt ein und nimmt den Duft begeistert wahr. Die Bonafini ist verärgert und weint. Er tröstet sie, lässt seinen Hofparfümeur kommen und erteilt den Befehl, ein ebenso herrliches Parfüm für die Bonafini zu kreieren.
 
Zweiter Aufzug im „Duftlabor“ nach Musik aus dem Film „Das Parfüm“.
Der Hofparfümeur ist verzweifelt, keine Rezeptur will ihm gelingen.

Er grübelt seit Tagen und ist ganz wirr.
Plötzlich – wie im Traum, erscheinen Blumen (venezianische Fantasiekostüme) und zeigen ihm die richtige Mischung, jede gibt ihre Essenz in ein Gefäß – Das Parfüm ist kreiert.
Der Parfümeur triumphiert!
 
Dritter Aufzug „im Ballsaal“ nach Musik von Leopold Mozart, Taubert und
Georg Friedrich Händel.
Der Ball ist eröffnet, es wird getanzt, gelacht, bedeutende Künstler sind anwesend.

Der Hofstaat tuschelt, das mit dem Parfüm hat sich herumgesprochen
und alle sind gespannt auf die Bonafini.
Die Peruzzi wähnt sich schon als Siegerin.
Der Herzog betritt den Ballsaal, dann erscheint die Bonafini!
OH - ihr Parfüm ist umwerfend – die Damen fallen reihenweise in Ohnmacht.
Es ist klar, sie ist und bleibt die Favoritin!

Der Parfümeur ist ein gemachter Mann, er kann sich vor Aufträgen kaum retten, die Damenwelt liegt ihm zu Füßen.

Impressionen in Maschera 2006
Ein Bilderbogen

Allerlei Blumen begegnen Frau Musica
Nebel und Eis – Winterstimmung in der Lagune
Sonnengold, Leidenschaft und Regenbogen
tauchen das Leben in neues Licht
Goldene Reflexe des Mondslichts funkeln in der Nacht in Venedig
Eintritt der Realität
Besuch aus dem Orient
Einheit des Vielen: Venezianische Impressionen
 
Bauernwirtschaft 2004
Im Januar 1719 wird der Vogt zu Cannstatt vom Hofmarschall des Herzogs
beauftragt, Bauernkleider aus verschiedenen Dörfern der Umgebung- „bestehend in
roten wollenen Hemden oder graue Röck, wie man haben kann, Spitzhüth, Hosen
samt Hosenträger, Brusttücher wie auch Weiberklaider zusammenzubringen und zu
Hof zu liefern“.
Ähnliche Aufträge waren zur Zeit Herzog Eberhard Ludwigs keine Seltenheit. Denn
die Hofgesellschaft machte sich „ettliche Kurzweyl“ daraus, ab und zu zur
Unterhaltung Maskenbälle wie z.B. so genannte „Bauernwirtschaften“ zu
veranstalten.
Der Herzog und die Herzogin verkleideten sich als Wirt und Wirtin, die Adeligen
spielten dann die Rollen als Kellerknechte, Weinbauern, Bedienstete oder ländliche
Gäste. Nicht immer war die Rollenverteilung fest – oft wurde auch ausgelost, wer
welche Rolle zu spielen hatte.
 
Ablauf der Bauernwirtschaft Venezianer Ludwigsburg
 
Von Zofen und Pagen wird ein Adelpaar verkleidet. Die kostümierte Hofgesellschaft
erscheint und wird nach und nach vorgestellt. Dann bittet der Hofmarschall zum
Tanz.
Doch die Grävenitz, als Bäckerin verkleidet, behagt das höfische Menuett nicht. Sie
verlangt einen „Deutschen“ aus dem Remstal . Die anderen Gäste werden mit
Trank und Speisen bewirtet. Das Ganze endet mit einer „Galoppade“, wonach die Hofgesellschaft sich wieder auflöst.

Venezianische Träume 2003/2004
Ein matter Mond streut Licht über den Markusplatz. Die Kanäle hauchen Kälte. Ein

früher sanfter Abend. Sehr ruhig für Venedig. Es ist die stille Zeit, die Zeit zwischen
Tag und Nacht, die Zeit der Masken.
Die Zeit in der die Masken ihr Spiel beginnen.
Die Luft ist feucht, es riecht nach modrigem Wasser. Ein Geruch von
Vergänglichkeit liegt über der Stadt.
Leichter Nebel schwebt durch die Gassen und Plätze Venedigs. Nebel der seine
Königin umspielt.
Die Nacht tritt auf.. sie sucht.. sie sucht die Träume und Sehnsüchte der Menschen
und sendet einen Paradiesvogel los sie zu finden.
Eisiger Wind kommt auf. Die Bewegungen erstarren. Frost macht sich breit. Doch
das rettende Feuer für die Nacht ist da, die Wärme kehrt zurück. Feuer und Eis
bekämpfen sich, verschmelzen ineinander, trennen sich. Jede Macht für sich,
keiner kann gewinnen.
Doch lauscht den seltsamen klängen. Der Orient, vor den Toren Venedigs.
Welch lieblicher Glanz fällt auf uns. Venedig feiert, sie tanzt ihren letzten Tanz?!
Den letzten Tanz bevor der Morgen erwacht.
Beeilt Euch ihr Träume. Die Nacht weicht dem Tag,. Die Realität hat euch
eingeholt.
Es gibt kein entrinnen mehr.
Die Träume zerfließen. Wer weiß wohin. Sie sammeln sich um Mächtiger
aufzutauchen.
 
Eine Nacht in Venedig 2001
Der Herzog von Urbino, ein ausgesprochener Frauenheld, hat sich zum Carneval

angekündigt und sorgt für Nervosität unter den venezianischen Ehemännern.
Besonders  der Senator Delaqua befindet sich in einer Zwickmühle. Bereits beim
letzten Carneval hat der Herzog seiner schönen Frau Barbara Avancen gemacht,
diesmal will er sie ganz gewinnen.
Delaqua möchte nun einerseits den Herzog bei Laune halten, da dieser eine
lukrative Position eines Verwalters zu besetzten hat, anderseits will er seine Frau
von dem umtriebigen Adligen schützen. Da der Herzog Barbara allerdings nur
maskiert kennt, beschließt Delaqua, seine Frau durch einen  Gondoliere in
Sicherheit bringen zu lassen und statt dessen seine Zofe Cibolleta als
Senatorsgattin auszugeben. Er ahnt jedoch nicht, dass Barbara wiederum ihre
Freundin Annina an ihre Stelle in die Gondel setzten will, um selber frei zu sein für
ein Rendezvous mit Enrico, dem Neffen des Senators.
Inzwischen hat Caramello, der Barbier des Herzogs, durch den Makkaronikoch
Pappacoda, Cibolettas Geliebten, von den Plänen des Senators erfahren und
beschließt kurzerhand, diese zu durchkreuzen. Er will den Gondoliere spielen, der
Barbara fortbringen soll und diese statt nach Murano in den Palast des Herzogs
entführen, ebenfalls nicht wissend, dass sich statt Barbara seine vermummte
Geliebte Annina in der Gondel befindet.
Am Abend bringt Caramello die vermeintliche Barbara in den Palast. Zu spät
entdeckt er, dass er seine Annina entführt hat und versucht natürlich sofort seinen
lüsternen Herren von ihr fernzuhalten. Nun taucht Delaqua mit Ciboletta auf, die er
als seine Frau ausgeben will. Delaqua verlässt den Palast, während sich der
Herzog über die Gesellschaft von zwei Barbaras freut, welche jedoch Schabernack
mit ihm treiben.
Schließlich taucht die Herzogin auf, und das maskierte Volk drängt herein um den
Herzog, nach alter Sitte Brauch, zum Markusplatz zu geleiten.
 
Venezianische Phantasien 1997 und 1999

Die >> Venezianischen Phantasien << nehmen musikalische Stimmungen aus
Opern des württembergischen Hofkapellmeisters Niccolò Jommelli auf und
visualisieren sie durch allegorische Figuren. Kostümen und Masken orientieren sich
dabei an einem bedeutenden Lehrbuch der barocken Schauspielkunst des
Jesuitenpaters Franciscus Lang von 1727, werden aber in reizvoller
Stilüberschreitung in die lyrischen Formen des modernen venezianischen
Carnevals umgesetzt.
Das Spiel um den Thron beginnt. Das Schicksal (mit einem Steuerruder), der Adel
(mit Rutenbündel und Gold- und Silbermünzen um sich werfend) , das Glück (mit
Mond, vollem Geldbeutel und verblühender Rose) und der Ruhm (mit Lorbeerkranz
und Himmelskugel) erheben Anspruch auf den Thron. Die falsche Freundschaft
(schöne und hässliche Maske in einem) tritt auf und entlarvt sein falsches Gesicht.
Die Treue (mit Siegel und Schlüssel), die Ermattung (in ärmlichem Kleid sich mit
einem Fächer kühlend), die Lüge (schwarzweiß mit Zungen und verborgenem
Licht), das Los (als blindes Mädchen) und die Hoffnung (grün mit einem
sprossenden Zweig)  wandeln einträchtig nebeneinander. Die Zeit (mit Sense und
Sanduhr), die Tragödie (blutverschmiert mit wegwerfenden königlichen Kleidern)
und die Vergänglichkeit (Verwelkten Blumenstrauß und Glas an einem Faden)
beobachten das Gieren nach dem Thron, welches durch die Feindschaft entfacht
wurde. Die Flammen der Feindschaft schlagen über sie, bis sie in sich selbst
erlischt.
1999 kamen noch folgende Bilder dazu:
Schönheit und Vergänglichkeit: Jugendliche Schönheit mit sprühendem Leben das
sich gerne mit schönen Kleidern umgibt. Doch im umdrehen wird daraus eine alte
gekrümmte Frau mit Fetzten und vom Leid gezeichnet
Wechselspiel der vier Temperamente: Der Sanguiniker (fröhlich, unbekümmert,
rot), der Phlegmatiker (schwerfällig, gleichgültig, grau-blau), der Choleriker
jähzornig gelb), der Melancholiker (schwermütig, pessimistisch, braun-schwarz).
Jeder für sich lebt seinen Charakter aus, doch wenn sie aufeinander treffen
verschmelzen sie miteinander
Metamorphose und Isolierung: Der Phlegmatiker wird zum Mechanikus, seine
Bewegungen erstarren. Der Melancholiker wird zum Philosoph, er ist mit sich und
seine Wissenschaft beschäftigt und nimmt dass Umfeld nicht wahr. Der
Sanguiniker wurde zum Gemüt. Vergebens versucht das Gemüt, die
teilnahmslosen beiden anderen aus ihrer Isolierung zu führen. Gibt es Hoffnung,
dass jemand die Schätze des Gemüts als Geschenk annimmt?
Theatrum mundi (Spieluhr) Die Zeit rückt in den Mittelpunkt. Alle Figuren drehen
sich mit ihr und um sie.

Vivaldi vier Jahreszeiten 1995

Die Stimmung der Jahreszeiten Herbst und Winter wurden aufgenommen. Die
venezianischen Masken versuchen diese Stimmungen umzusetzen.
Die warmen Farben des Herbstes stehen im Kontrast zu den heftigen
Herbststürmen.
Dem bunten treiben auf dem zugefrorenen See stehen dem lustigen Tanz der
Schneeflocken und Eiskristallen gegenüber.
Und diesem Eis-Tanz wiederum die ausgelassenen Festen in den warmen und
behaglichen Palazzos.